Wie wunderbar ist es in eine Phantasiewelt abzutauchen und mit Harry Potter durch die Lüfte zu fliegen oder das Krokodil im Nacken zu besiegen.
Diese Auszeit nehmen sich viele Kinder in der Schule und zu Hause, alleine, mit Freunden oder in der Familie. Lesen und Vorlesen ist eine wertvolle Beschäftigung, die zwei oder mehr Menschen ein gemeinsames Abenteuer erleben lässt, sie einander näher bringt. Lesen bedeutet viel mehr als das Entziffern von Preisen oder Fahrplänen. Wer sich Geschichten ,,erliest", fühlt sich phantasievoll in handelnde Personen und Umstände ein, begeistert sich für Helden oder lehnt Schurken ab. Kinder entwickeln dabei ihre Vorstel ung vom Leben eine Identität. Es geht beim Lesen also nicht ,,nur" um Bildung im begrenzten Sinne von Wissensvermittlung, es geht um Menschenbildung.
Doch nicht jedes Kind verfügt über eine ausreichende Lesekompetenz, vielen fehlt sogar gänzlich der Zugang zum Buch und sie werden ihr Leben lang kein Buch freiwil ig und mit Spaß lesen.
Hier setzen die ,,Rheingauer Mentoren" an frei nach dem Vorbild des Bundesverbandes Mentor die Leselernhelfer e.V.
Dieser Verein versteht sich als bundesweite Initiative von Freiwil igen zur Förderung der Lese- und Sprachkompetenz von Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 16. Die Leselernhelfer sind in allen Schultypen tätig und arbeiten eng mit den Lehrern und Lehrerinnen der geförderten Kinder zusammen.
Das Besondere an dem Mentor-Leseförderkonzept ist die Eins-zu-Eins-Betreuung und die damit verbundene deutlich höhere emotionale Zuwendung für die Kinder, die zu sehr guten Erfolgen führt. Ein Leselernhelfer begleitet immer nur einen Schüler. Beim Reden und einander Zuhören entsteht zunächst Vertrauen, das schließlich das bewusste Sprechen, Schreiben und Lesen der deutschen Sprache fördert. Kinder stets bei ihren Interessen abzuholen, weckt den Spaß am Lesen. Gelesen wird nicht in erster Linie das ,,gute Buch", sondern Texte, die direkt mit der Lebenswelt der Kinder zu tun haben, wie z.B. Anleitungen für
Modellflugzeuge, Fußbal zeitschriften oder die Starbiographie. Langsam pirschen sich die Lesetandems an immer längere und kompliziertere Texte heran.
Überzeugend an dem Konzept ist es, endlich auch die Kinder zu erreichen, die aus bildungsfernen Elternhäusern stammen und die weniger oft Zugang zu Angeboten wie dem Eltviller Lesefest haben.
Die ,,Rheingauer Mentoren Leselernhelfer" sind entstanden in Kooperation zwischen der Lernenden Region Rheingau, einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt, und dem Lesefest Eltvil e Netzwerk für Leseförderung Rheingau. Landrat Burkhard Albers ist Schirmherr der ,,Rheingauer Mentoren" und unterstützt die Idee im Rheingau. Außerdem arbeiten wir eng mit dem bundesweiten Dachverband ,,Mentor die Leselernhelfer e.V." zusammen.
Wir suchen Menschen, die sich gerne engagieren und die Leseförderung eines Kindes gestalten möchten. Sie übernehmen für mindestens sechs Monate ein- bis zweimal die Woche eine ,,Leselernstunde" für ein Kind. Die Schule übernimmt die Auswahl der Lesetandems und sorgt dafür, dass die Chemie zwischen Kind und Erwachsenen stimmt.

Die Lehrerinnen und Lehrer sind Ansprechpartner für den Leselernhelfer, so dass sich beide gegenseitig unterstützen. In jeder Kommune im Rheingau soll es für die ,,Rheingauer Mentoren" AnsprechpartnerInnen geben (z.B. städtische MitarbeiterInnen wie BüchereileiterInnen, MitarbeiterInnen in Familienbüros und JugendpflegerInnen oder private Personen und Initiativen). Geplant ist, dass die ortsansässigen Büchereien und Buchhandlungen zu Anlaufstel en für Mentoren werden. Deren LeiterInnen sol en gezielt informiert und als Kooperationspartner gewonnen werden. Die Leselernstunden finden in der Regel in der Schule der Kinder statt. Die Lehrer und Lehrerinnen verstehen sich als Vermittler der Lesetandems und sind AnsprechpartnerInnen für die Mentoren.
Die Kick-Off-Veranstaltung findet am 6. Juni 2008, um 18.00 Uhr im Sitzungssaal des Geisenheimer Rathauses statt. Diese Veranstaltung ist der erste Schritt
des vierstufigen entgeltfreien Qualifizierungsprogramms, an dem sowohl zukünftige Mentorinnen und Mentoren aus dem Rheingau, als auch ,,Mentor die Leselernhelfer Hessen e.V." sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, Lehrerinnen und Lehrer aus dem Rheingau teilnehmen. Die Inhalte der vier Einzelmodule, die kombiniert oder einzeln besucht werden können, beschäftigen sich mit Leseförderung im Allgemeinen sowie speziell für Jungen oder Kinder mit Migrationshintergrund. Neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung sowie Leseförderung im Mathematikunterricht gehören zu den interessanten Themen, die gemeinsam mit Expertinnen diskutiert werden.
Wer Leselernhelfer werden will oder sich für das Qualifizierungsprogramm interessiert, meldet sich bitte direkt bei Franziska Zink, Telefon 06722 / 701116, Mail: franziska.zink@geisenheim.de oder bei Sabine Stemmler, Telefon 06123 / 902717, Mail: sabine.stemmler@lesefest.de, beziehungsweise bei der Kulturbeauftragten des Kreises, Martina Pawusch, Telefon 06124 / 510242 während der Sprechzeiten Montag und Dienstag von 8.30 bis 12.00 Uhr sowie Mittwoch und Donnerstag von: 8:30 bis 16.00 Uhr oder unter Mail:
martina.pawusch@rheingau-taunus.de.
Möchten Sie gerne als Schule an dem Leseförderprojekt teilnehmen? Dann freuen wir uns auf Ihre Anfrage.
Haben Sie Fragen, dann rufen Sie uns einfach an. Mehr Informationen zu dem Selbstverständnis von ,,Mentor die Leselernhelfer e.V." sowie zu dem Qualifizierungsprogramm zum Aushängen erhalten Sie mit diesem Schreiben. Bitte geben Sie die Informationen weiter und laden zu unserem Qualifizierungsprogramm ein. Die Schulungen sind akkreditiert und für die Teilnehmenden kostenfrei.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und dass bald mehr Bücher in Kinderhand sind.
Mit freundlichem Gruß
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Franziska Zink
Lernende Region Rheingau
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Sabine Stemmler
Lesefest Eltville Netzwerk Leseförderung Rheingau
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Rheingauer Mentoren - die Leselernhelfer
Unsere Schulungsreihe für Leselernhelfer und InteressentInnen
06.06.2008 um 18:00 Uhr im Rathaus Geisenheim
Kathrin Müller-Walde
(ZDF-Journalistin / Mentor Leselernhelfer e. V.)
,,Kick-Off-Veranstaltung" mit Landrat Burkhard Albers
Warum Jungen nicht mehr lesen? und wie wir das ändern können
16.06.2008 um 19:00 Uhr im Kulturtreff ,,Die Scheune"
Verena Maria Hoenig
(Journalistin / Referentin für Kinder- und Jugendmedien)
,,Wie man Kinderbücher in Kinderherzen schmuggelt."
Neue Kinderbücher vorgestellt für MentorInnen, ErzieherInnen,
LehrerInnen, Eltern, VorlesepatInnen und andere MultiplikatorInnen
18.08.2008 um 19:00 Uhr in der Mediathek Eltville
Ulrike Buchmann
(Zentrale Einrichtung für Weiterbildung, Universität Hannover)
,,Lesen und Verstehen
wie funktioniert das und wie kann man helfen es zu verbessern?"
12.09.2008 um 16:00 Uhr in der Mediathek Eltville
Ulrike Buchmann
(Zentrale Einrichtung für Weiterbildung, Universität Hannover)
,,Leseförderung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht
was denn noch?"
Die Schulungen sind für Sie kostenlos. Sie sind einzeln besuch- oder kombinierbar. Alle
Fortbildungen/ Schulungen sind akkrediert.
Wer Leselernhelfer werden will oder sich für das Qualifizierungsprogramm interessiert,
meldet sich bitte direkt bei:
Franziska Zink, Telefon 06722 / 701116, Mail: franziska.zink@geisenheim.de
Sabine Stemmler, Telefon 06123 / 976 999, Mail: sabine.stemmler@lesefest.de
Martina Pawusch; Kulturbeauftragte des Kreises, Telefon 06124 / 510242
während der Sprechzeiten Montag und Dienstag von 8.30 bis 12.00 Uhr sowie Mittwoch und
Donnerstag von: 8:30 bis 16.00 Uhr oder unter Mail: martina.pawusch@rheingau-taunus.de
MENTOR - die Leselernhelfer e.V.
versteht sich als bundesweite Initiative von Freiwilligen
zur Förderung der Lese- und Sprachkompetenz von Mädchen und Jungen
zwischen 6 und 16 Jahren.
Wir arbeiten mit Kindern aus allen Schultypen, wobei den Schwerpunkt
Grund- und Hauptschüler bilden.
Das Prinzip.
Freiwillige, die gern lesen und gern mit Kindern arbeiten, wenden sich an Mentor. Der gemeinnützige Verein stellt das Konzept interessierten Schulen vor. Mit Unterstützung des Lehrerkollegiums finden sich Schüler und Mentoren. Lehrer haben zuvor förderungswürdige Schüler empfohlen. Ein bis zwei Mal wöchentlich treffen sich dann Mentoren und Schüler in der Schule - in Freistunden oder nach dem Unterricht über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten.
Durch die individuelle Zuwendung verbessern sich in dieser Zeit die Deutschleistungen um ca. eine Note, so die Erfahrung der bereits aktiven Mentoren in den letzten vier Jahren. Die zunehmende Lese- und Sprachkompetenz der Schüler wirkt sich positiv auf deren
Selbstbewusstsein sowie auf deren Lernleistungen auch in anderen Fächern aus.
Mentor vermeidet jede Konkurrenz zu kommerziellen Nachhilfeorganisationen. Unterstützt werden vor allem Kinder, deren Eltern sich Nachhilfe nicht leisten können. Mentoren sind keine Hilfslehrer, die Stellen an Schulen unnötig machen. Mentoren sind Bildungsbürger im besten Sinne des Wortes - Apotheker, Beamte, Rentner, Hausfrauen, Studenten und leistungsstarke Schüler, die Lehrer in ihrer immer schwieriger werdenden Arbeit unterstützen wollen.
Fast 1000 Mentoren haben sich bereits auf den Weg gemacht.
1200 Kinder lernen deshalb schon leichter.
Generationen rücken dabei zusammen, Kulturen mischen sich friedlich.
Machen Sie mit!
Schirmherren: Die Ministerpräsidenten Roland Koch und Christian Wulff
Unterstützt von der Kultusministerkonferenz im Juli 2006.
www.mentor-leselernhelfer.de