Grenzenlose Abenteuer: Eltviller Lesefest überzeugt
Bei 14 Veranstaltungen waren rund 1800 Besucher mit von der Partie
Eltville Haben Sie schon einmal vom „Katzenfuttermann“ oder von „Staubmonstern“ gehört? Wussten Sie, wie ein Hörbuch entsteht? Davon und von noch viel mehr konnten sich Klein und Groß beim fünften Lesefest Eltville vom 26. September bis 4. Oktober ein Bild machen.
Initiatorin Sabine Stemmler kann eine stolze Bilanz ziehen. Die 14 Veranstaltungen an ausgewählten Rheingauer Orten boten allen Altersgruppen an allen neun Tagen etliche Schmankerl. Rund 1800 Besucher waren vor Ort.
Aus dem ganzen Bundesgebiet konnten Autoren fürs Vorlesen gewonnen werden. Das Motto der Aktion, „Grenzenlos“, bot in der Tat grenzenlose Leseabenteuer. Schon die Auftaktveranstaltung in Erbach, der vierstündige Lesemarathon im Weingut Baron Knyphausen, bei dem auch der verstorbenen Baronin Rena zu Knyphausen gedacht wurde, war gelungen.
Moderator Nick Benjamin begrüßte viele kleine Leseratten im Alter von vier bis acht Jahren im lauschigen Gewölbekeller des Weinguts und offenen Lesehauses. Aufmerksam horchten die Kinder den vorlesenden Rheingauer Bücherfreunden, wie etwa dem Bürgermeister Patrick Kunkel, den SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Hannes, dem grünen Landtagskandidat Hubertus Jantzen oder dem Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Rheingau Dominique Risch, zu. Im Nebenraum des Lesesaales druckte der Mobile Druckladen des Mainzer Gutenbergmuseums das aktuelle Extrablatt mit Texten aus Kinderbüchern. Bis in die Abendstunden war das Weingut erfüllt mit phantastischen Geschichten und Leseabenteuern.
Zu den Höhepunkten der mehrwöchigen Veranstaltung zählte neben den Lesungen der Autoren, wie etwa der Aktion der Kinderbuchautorin Antonia Michaelis oder der „Land-art- Workshop für kids“ im Wald von Kloster Eberbach mit der Biologin Petra Becker, auch der 1. Eltviller Hörbuchtag. „Hörbücher liegen im Trend“, weiß Veranstalterin Sabine Stemmler. Einen ganzen Tag lang hieß es in der Kurfürstlichen Burg Eltville „Kino für die Ohren“. Es gab Geräusche- Parcours, gelesene Rittergeschichten von Autor Klaus Hoffmann, Rätsel, Hörbücher in voller Länge oder einfach reinhören in ausliegende Werke. Weiter konnten die Kinder bewerten, welches Hörbuch ihnen am Besten gefällt. Dem produzierenden Verlag wurde eine Anerkennung entgegengebracht, der „1. Eltviller Hörbuchpreis“. Und zwar in Form einer Miniaturnachbildung des Kurfürstlichen Burgturms.
Ein weiteres Highlight war der Mini-Workshop „Wie entsteht ein Hörbuch?“ mit Theresia Singer vom Tonstudio „headroom“ aus Köln. Eindrucksvoll erklärte die Verlegerin und renommierte Toningenieurin wie Geräusche entstehen, beispielsweise Schritte im Schnee. „Geräusche faszinieren Kinder und Kinder können Geräusche sehr gut erraten, besser als Erwachsene“, bemerkte Theresia Singer. Fazit: Das Eltviller Lesefest, in Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Bibliotheken hat erneut überzeugt und Lust aufs Lesen gemacht. Initiatorin Sabine Stemmler: „Alles in allem bin ich sehr zufrieden. Für das kommende Jahr wünsche ich mir eine noch intensivere Begegnung Kinder und Autoren, die ersten Ansätze in diesem Jahr waren sehr viel versprechend. Weiter möchte ich die Idee „Hörbuchpreis“ ausbauen und ich wünsche mir, ein klareres finanzielles Fundament zu haben. Die Idee „Netzwerk Leseförderung“ möchte ich in der Region noch weiterentwickeln, das war in diesem Jahr schon sehr beeindruckend.“
CLK