RheingauCenter Nachrichten:
Hohe Auszeichnung für das Lesefest Eltville

Sabine Stemmler nahm auf der Buchmesse bundesweit den zweiten Preis entgegen
Sabine Stemmler: mit ehrenamtlichem Engagement und viel Idealismus hat sie es geschafft, das Lesefest Eltville als zweitbeste Leseinitiative Deutschlands zu präsentieren.
Eltville. (chk) 335 Leseinitiativen hatten sich bundesweit bei "Deutschland liest vor" beworben der zweite Preis ging an das Lesefest Eltville. Sabine Stemmler nahm die Auszeichnung am Samstag auf der Frankfurter Buchmesse entgegen. Begründet wurde der Preis unter anderem damit, daß seit vier Jahren kontinuierlich am Lesefest gearbeitet wird und daß sehr viele Kinder erreicht werden. Besonders hervorgehoben wurde der Start für ein "Netzwerk Leseförderung Rheingau". Schirmherrin von "Deutschland liest vor" ist Doris Schröder-Köpp (www.deutschland-liest-vor.de).
Ausgezeichnet wurde das Lesefest Eltville, und dahinter steht eine Frau, Sabine Stemmler, die viele Mitwirkende und Helfer mobilisiert, seit vier Jahren bis jetzt allerdings das Lesefest ehrenamtlich organisiert und konzipiert, die Absprachen mit Schulen, Kindergärten, Büchereien, Mitwirkenden, Verlagen, Autoren und Sponsoren persönlich führt. Gerade ist das vierte Eltviller Lesefest mit nahezu 2.000 Besuchern bei 14 Veranstaltungen zu Ende gegangen. An der Vorbereitung hatte Sabine Stemmler ein halbes Jahr intensiv gearbeitet. Eine ehrenamtliche Arbeit in diesem Ausmaß kann sie sich nicht wirklich leisten, aber sie erbringt sie, weil sie beseelt ist von dem Gedanken, Kinder zum Lesen zu bringen. "Wer liest, lernt zu denken, lernt sich in andere Menschen hineinzufühlen, sich in andere Welten hineinzuversetzen; er lernt aber auch die Freiheit kennen, diese Welten beliebig zu betreten und zu verlassen", ist ihre Überzeugung. Für sie ist Lesen "unendlich viel mehr als Fahrpläne zu deuten und Bedienungsanleitungen zu lesen". Daß es am Leseverständnis mancher Schüler hapert, sei nicht erst seit "Pisa" bekannt, bemerkt Sabine Stemmler und sie vermutet, daß es für solche Kinder in ihrem späteren Schul- und Berufsleben schwer sei wenn nicht rechtzeitig ihr Leseverständnis durch Freude am Lesen und durch entsprechende Angebote verbessert werde.
Daß Sabine Stemmler sich ein solches Engagement "leisten" kann, verdankt sie vor allem ihrer Familie, ganz besonders ihrem Mann Hans-Günther, der ihre Aktivitäten unterstützt, unter anderem auch damit, daß er die Homepage für www.lesezeit.net aufgebaut hat und wartet. Auch die beiden Kinder, Paulina und Constantin, sind in das Lesefest eingebunden. Die 13jährige Paulina war beim Lesefest in diesem Jahr bei fast jeder Veranstaltung im Einsatz, sei es beim Verkauf von Linsensuppe, die der Wal-Mart spendete, sei es beim Quiz zum Lesefestfinale. "Eigentlich hätte ich gern den ersten Preis bei ‚Deutschland liest vor‘ gewonnen", gesteht Sabine Stemmler, "dann hätte ich mich bei meinem Mann für die Unterstützung revanchieren können." Der erste Preis war eine Reise in die USA für zwei Personen. Der zweite Preis ist der Besuch einer berühmten Persönlichkeit. Der soll nun nach Sabine Stemmlers Willen möglichst den jungen Lesern zugute kommen, vielleicht beim Eltviller Lesefest 2007.